Lexikon für Buchleser

Im Buchhandel tauchen häufig Begriffe auf, die wir Laien gerne um die Ohren hauen – nein, ist ein Scherz: meist vergessen wir, dass wir es nur mit Kunden und nicht mit Buchhändlern zu tun haben 😉

Deshalb hier mal die wichtigsten Begriffe, die ab und an auftauchen:

  1. Die Lieferbarkeit: in einer optimalen Welt könnte man zu jeder Zeit und an jedem Ort auf sein Buch (nicht eBooks!) zugreifen. Doch leider ist uns das nicht beschieden. Wenn ein Buch uneingeschränkt lieferbar ist, freut uns das als Händler und als Kunde. Ist ein Buch kurzzeitig nicht lieferbar, da beim Großhändler oder Händler nicht lieferbar, handelt es sich meist um eine Frist von bis zu 10 Tagen (vorausschauend beim Großhändler gerne auf 14 Tage hochgehandelt). Ist eine Lieferzeit zwischen zwei und sechs Wochen angegeben, wird das Buch meist nachgedruckt (meist passiert das nach Preisverleihungen wie dem Nobelpreis oder Friedenspreis oder wenn große Tageszeitungen eine wohlwollende Rezension abdrucken*). Ist es vergriffen oder der Ladenpreis wurde aufgehoben, ist das Buch auch für den gewieftesten Buchhändler nicht mehr einfach so aufzutreiben. Dann helfen nur noch Portale, die das Buch gebraucht anbieten. Auslandsbestellungen sind abhängig vom Zwischenhändler und ggf. vom Herkunftsland. Interessanterweise brauchen Bücher aus dem amerikanischen Raum weniger Zeit (und komischerweise weniger Porto) als aus dem britischen. Bücher aus Frankreich und Spanien brauchen auch länger. Meist geht es um den Zeitraum von etwa 2 Wochen, es kann sich aber auch gerne bis hin zu 6 Monaten ziehen.

 

* Ein Manko dabei ist der fehlende Auskunftswille der Journalisten. Meist darf der geneigte         Buchhändler sich die Arbeit machen und dem interessierten Buchkäufer nach Recherche klarmachen, dass es das Buch gar nicht mehr gibt und er es im günstigsten Fall noch gebraucht bekommt. Viele Leser neigen ja zu Unverständnis oder gar lautstarkem Unmut, wenn der Händler ihnen sagt, dass es das Buch derzeit nicht gibt, weil es nachgedruckt wird. Viele vergessen, dass bspw. die FAZ keine regionale Tageszeitung ist. Zahlen gefällig? Derzeit vertreibt die FAZ 260.000 Zeitungen bundesweit täglich.(250000 davon sind Abos). Auf die Seite http://www.faz.net greifen monatlich 6,55 Mio. Leser zu. Wenn von denen 10% auf das Feuilleton (also den Kulturteil) zugreifen und 5% von denen an einem Titel interessiert sind und zwar so sehr, dass sie ihn auch kaufen möchten, macht das nach Adam Riese: 32.500 Kaufwillige. Dummerweise verlegen nur noch wenige Verlage Bücher mit wirklich hohen Auflagen. Ausnahmen sind die Bücher von J.K. Rowling, Dan Brown etc., bei denen man von Auflagen jenseits der 100.000 rechnen kann. Der Rest? Dümpelt bei etwa 2000 bis 4000 Exemplaren rum. Da muss zudem der Verlag abwägen: wird das Buch denn noch nachgefragt, wenn ich es jetzt nachdrucken lasse? Summa summarum: auch unsere 32.500 Kaufwilligen müssen abwägen, ob sich der Kauf lohnen wird. Und da springen meist schon etwa 80% der Leute ab. Die die sich nicht abschrecken lassen, lassen sich durch ihren Buchhändler

2. Vormerken:
Wenn ein Buch nicht greifbar ist, es aber abzusehen ist, dass es wieder in den Handel kommt (Erscheinungstermin, Lieferbarkeit), kann man das Buch für sich vormerken lassen. Bei den meisten Buchhändlern geschieht das per Computer, dennoch müssen Kunden meist nochmals benachrichtigt werden. Ein Kunde bestellt in der Regel ein Exemplar, Buchhändler setzen Vormerker für sich abhängig von der Verkaufbarkeit des Titels. Meist wird schon vom Vornherein unterschieden zwischen A-, B-, C- und D-Titeln.

 

 

 

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