Archiv der Kategorie: Arabisch

Mein #Lerntagebuch, Woche 1

Und schon ist sie fast rum, die erste Woche. Nachdem ich gemerkt habe, dass es um mein Wissen und meine Kenntnisse rund um den Islam sehr schlecht bestellt ist, habe ich also beschlossen, zu lernen. Und damit ich auch am Ball bleibe, habe ich spontan entschlossen, eine virtuelle Lerngruppe (noch nicht online!)  zu gründen.

Angefangen habe ich mit den 99 Namen Allahs, die ich – richtig – immer noch nicht beherrsche. Bisweilen habe ich 30 zusammengekriegt, mit Ach und Krach. Und da mein großer Sohn gleich mitlernt, habe ich diesen täglichen Lernprozess aufgezogen wie das Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“ So lerne ich nämlich Gedichte und auch den Qur’an, leicht abgewandelt, aber es hilft.

Zusätzlich nutze ich dann noch das Programm „Quizlet“.

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Die Achtsamkeit beim Rezitieren oder wie ich den Qur’an rezitieren lerne

Buch: Wie lernt man den edlen Qur’an auswendig?

Interessanterweise bekam ich den Anschub zu mehr Achtsamkeit beim Gebet durch eine Freitagspredigt – deutschsprachig – die mich innehalten ließ. Denn wie oft ertappte ich mich nach dem Gebet dabei, wie es durch meinen Kopf ratterte: „Hast du nicht eine Ayat vergessen? Oder falsch ausgesprochen?“

Wie oft ich schon ein Gebet fast automatisiert runtergeleiert hatte, mag ich gar nicht zählen und ich mag auch nicht wissen, wie oft mir Fehler unterliefen.

Ich erinnere mich noch an ein Wochenende im Haus des Islam in Lützelbach, als Sh. Neil bin Radhan (zur damaligen Zeit Dozent beim DiDI e.V.) uns in einer ungeplanten Pause zum Tadschwidunterricht bei der Sura Al-Fatiha aufforderte.

Für alle Nichtkundigen: Die Sura Al-Fatiha, die erste Sura, ist auch die wichtigste Sura, denn diese rezitiert der Muslim allein nur in den Pflichtgebeten 17-mal am Tag. So möchte man meinen, dass genau diese Sura jedem Gläubigen ganz leicht und vor allem korrekt von der Zunge geht. Weit gefehlt! Denn gerade bei dieser Sura werden gerne Silben verschluckt, Buchstaben förmlich unterschlagen oder nicht korrekt bzw. in der korrekten Länge ausgesprochen. Und das merkten wir Teilnehmer auch recht bald…

Alifba – Qur’anlesen für Anfänger inkl. mp3-CD

Vor einigen Jahren hatte ich das große Glück – alhamdulillah – eine Koranlehrerin zu finden, die mich jeden Abend im Tadschwid unterwies nach dem Maghrib-Gebet. Am Anfang war ich hoch motiviert, denn die Suren (muss ich betonen, dass ich nicht allzuviel auswendig konnte und vor allem nicht mit der korrekten Aussprache) waren kurz. Ideal, um sie am Abend noch zu lernen. Nur – so einfach machte mir meine Lehrerin die Angelegenheit nicht. Denn: zunächst sollte ich den Text lesen. Danach verbesserte sie mich und zwar solange, bis ich jede Ayat korrekt rezitierte. Hausaufgabe war, diese Sura dann dreimal abzuschreiben und natürlich auswendig zu lernen. Bis zum nächsten Tag. Da ich noch so nebenbei arbeiten ging, fing es irgendwann an zu schlauchen. Das Ende vom Lied: mit meiner Disziplin und meinem Durchhaltevermögen war es nicht so weit her (und ist es immer noch nicht) und ich hörte irgendwann auf.

Dennoch habe ich ein paar Regeln im Kopf behalten und so hilft mir das wenige, beim Rezitieren nicht allzuviele Fehler zu machen. Doch gegen richtigen, echten Tadschwid-Unterricht inklusive LehrerIn ist das tatsächlich nix.

Als ich via Fernstudium begann, die Sura Yasin zu lernen, musste ich auf mein Lieblingsprogramm zurückgreifen: Juz30, denn es war auf Biegen und Brechen keine Hafiza (allg. Koranlehrerin) aufzutreiben, die in meiner Nähe wohnte. Dieses Programm hat den unschätzbaren Wert, dass es offline läuft im Gegensatz zu so manch anderem Quranlern-Programm, das es auf dem Markt gibt. (Ich habe auch kein Smartphone.)

Die Abschreibmethode (muss ich betonen, dass ich von der alten Schule bin?) läuft so: zunächst die Sura lesen, bis sie korrekt mündlich sitzt und dann dreimal abschreiben, dann nochmals lernen und zack! sollte sie sitzen. Das ist der Idealfall. Doch ich ertappte mich oft dabei, dass mir der Anfang einer neuen Aya entfallen war, obwohl es doch beim Lernen so unkompliziert war.

Hilfreich ist auf jeden Fall die Lernmethode, die man auch beim Gedichtlernen angewandt hatte. So etwas vergisst man nicht. Und kann sie wunderbar und schnell aus den Tiefen seines Langzeitgedächtnisses wieder vorkramen.

Doch nicht jeder kommt mit jeder Lernmethode zurecht. Deswegen war ich entzückt, als ich mir vor einigen Jahren die erste Auflage des Titels „Wie lernt man den edlen Qur’an auswendig?“ vornahm, in der unzählige Methoden des Auswendiglernens des Qur’an beschrieben sind. Gerade für Nichtmuttersprachler. Doch bei allen Methoden war der Grundtenor gleich: such dir einen Lehrer.

Tadschwid-Wissenschaft, inkl. CD

Wer sich schon mal mit der Tadschwid-Wissenschaft auseinandergesetzt hat, weiß, dass es ungeheuer viel zu lernen und zu beachten gilt. Für mich persönlich ist es zu schwer und (Sorry) trocken, um es allein und in Eigenregie zu erlernen. Wenn ich mir zudem auf den islamischen Kanälen die Sendungen anschaute, in denen die Lehrer förmlich die Leseleistung jedes zweiten Anrufers freundlich aber bestimmt auseinandernahmen, beschlich mich das Gefühl, dass ich mit meiner mangelhaften Leseleistung erstmal noch lange zu üben hätte.

Tja und dann sind wir wieder bei der Geschichte mit der Selbstdisziplin usw. Dass ich mehr machen muss, ist mir – um auf den Anfang dieses Posts zurückzukommen – beim Gebet aufgefallen, als ich mal achtsam jede Aya für sich sprach, so wie unser Prophet Muhammad (saws) sagte: “

„Wer auch immer einen Buchstaben aus dem Quran liest, wird eine Hasanah (Belohnung) dafür bekommen und die Hasanah wird verzehnfacht. Ich sage nicht, dass Alif Lam Mim ein Buchstabe ist, sondern Alif ist ein Buchstabe, Lam ist ein Buchstabe und Mim ist ein Buchstabe.“ [Berichtet bei At Tirmidhi und Ad Darimi]“.

Im Nachhinein fiel mir dann auf, wieviele Male ich einen Buchstaben verschluckte oder sogar vergass, ich bei einer Sura sogar ein Wort dazumogelte, das gar nicht dazugehörte und dabei war es eine der kurzen Suren!

Summa summarum: es wird Zeit, dass ich wieder etwas mache. Wer Lust und Muße und natürlich auch die Absicht hat, mir beizustehen beim Lernen und für sich selbst auch etwas Gutes tun möchte, der sei doch hiermit eingeladen zur „Selbstlerngruppe“.

Kommentare sind wie immer herzlich willkommen.

Buchtipps:

„Wie lernt man den edlen Quran auswendig?“, Yahya al-Ghauthani, übers. v. Neil bin Radhan, 3. Aufl., Darulkitab Verlagshaus, 15,99€

„Alifba – Quranlernen für Anfänger“, Neil bin Radhan, 3. Aufl., Darulkitab Verlagshaus, 14,90€

„Tadschwid-Wissenschaft“, Neil bin Radhan, 3. Aufl., Darulkitab Verlagshaus, 22,50€

„Al-Mulk: Einführung in das Koranarabisch anhand der Sura „Die Herrschaft““, Robert Breitinger, VIBE, 11€

„Iqra! – Ein Koran-Lese-Lern-Konzept“, Robert Breitinger, VIBE, 9€

PS: Für alle, die sich an dieser Stelle fragen, ob es denn sinnvoll ist, sich einen Qur’an mit zusätzlicher Umschrift in lateinischen Buchstaben zuzulegen: für mich persönlich zu irreführend und ablenkend, für den Anfänger mit Sicherheit eine inetressante Option.

 

Vokker.net geht – Quizlet ist da

Nachdem ich erfahren musste, dass vokker.net ab August nicht mehr zur Verfügung steht, musste ein neues Lernkartensystem her. Es wird auf der Seite hingewiesen, dass man dann mit phase6 weiterlernen kann – schön und gut, wenn es sich um die herkömmlichen Sprachen und Fächer handelt, doch im Falle von Arabisch schlecht verwertbar – und man kann sich keine eigene Vokabellisten zusammenstellen und es ist nicht kostenfrei.

Und da erinnerte ich mich an einen geteilten Post – Vokabeln aus dem Koran – in dem auch ein Programm empfohlen wurde, nämlich Quizlet. Da ich kein Smartphone besitze, musste ich erst einmal schauen, ob es denn auch für einen internetfähigen PC möglich ist und siehe da! – es arbeitet auch unter Windows. Oh Wunder, oh Wunder. Mittlerweile kommt es mir nämlich so vor, als ob alle (Programmier-) Welt sich zuerst darum kümmert, dass Androidnutzer sich die netten Apps runterladen können und PC-Nutzer in die Röhre schauen…

Kurzer Nachtrag: Bevor ihr euch eine Lernliste aus den schon vorhandenen vornehmt, schaut erst mal, ob der Ersteller sich an die Rechtschreibregeln hält. Es ist echt zu blöd, wenn es beim Vokabellernen daran scheitert, dass derjenige sich nicht entscheiden konnte, ob er den Artikel groß oder klein schreiben sollte oder gar einen ganz bösen Fehler wie „Ärtztin“ verbrochen hatte.

 

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