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Ja, ich trage ihn – den Organspendeausweis.

Vor vielen Jahren erhielt ich meinen Organspendeausweis per Post von meiner Krankenkasse zugesandt und ich hatte lange gebraucht, um ein Kreuzchen zu setzen.

In meiner Jugendzeit war ich überzeugter Anhänger der Organspende. Klar – klingt ja auch super. Man ist tot – also eh nix mehr zu machen – und hilft gleichzeitig Menschen, vorzugsweise Kindern, weiterzuleben. Einige Jahre später, selbst eigene Kinder habend, kreuzte ich das „Nein“ an.

Mehrere Beweggründe, darunter auch sehr zynische, haben mich dazu bewogen. Zum einen bin ich Muslima. Auch wenn es manchmal hapert mit meiner religiösen Überzeugung (ich schreibe mal bewusst nicht „Iman“) ist es mir schon bewusst, dass ich nur vollständig und mit allen meinen Organen (abzüglich meines Blinddarmes) trete. Zudem soll ich mich gesund ernähren und verhalten, da mein Körper nur eine Leihgabe ist.

Der zweite Grund ist ein ganz simpler: solange noch der Ethikrat entscheiden muss, ab wann ein Mensch als tot gilt (Reicht der Hirntod oder muss das Herz aufgehört haben zu schlagen?), ist für mich die Legitimation einer Organspende gar nicht gegeben. Selbst unter Medizinern ist diese Frage nicht entscheidend geklärt. Ist also ein hirntoter Mensch noch ein sterbender Mensch?

Der dritte Grund ist verknüpft mit dem zweiten. Organspenden und -transplantationen sind zu einem Riesengeschäft geworden. Menschen werden also quasi zu Reservoirs für Leute, die sich – objektiv betrachtet – nicht damit abfinden können, dass sie sterben müssen, weil sie ihr Leben lang krank waren oder gar nur unvernünftig lebten und jetzt also auf den Gedanken kommen, dass man sie mit einer Reset-Taste ausgestattet hat. Schön für sie. Zudem ist der wachsende Schwarzmarkt überall auf der Welt zu beobachten, Menschen verkaufen ihre Organe für ein – ich sag es mal salopp – Appel und Ei für ein Jahr Auskommen für die Familie, um die Schulden zu begleichen oder eine Aufenthaltsgenehmigung oder Papiere zu bekommen. Oder aber ganz grausig: sie werden entführt und ausgeschlachtet. Das Geld sehen die Familien der Opfer natürlich nie, geschweige denn das Familienmitglied.

Der vierte Grund: es steht leider niemals in den ganzen Werbungen für Organspenden, welches Leben die potenziellen Organempfänger vor der Transplantation führen müssen, um ihren Körper auf die bevorstehende Übernahme vorzubereiten. Es steht auch nirgendwo in diesen Werbeschriften, wieviele Medikamente sie danach nehmen müssen, damit das Organ auch passend zum Körper gemacht wird und wievielen Leuten das neue Organ wieder zum Verhängnis wird, weil sie das Transplantat gar nicht vertragen.

Wie kam es eigentlich zu Organspenden? Wer hatte sich als Versuchskaninchen bereiterklärt? „Frankenstein“ von Mary Shelley lässt grüßen. Oder drücken wir es philosophischer aus: der Traum des Menschen vom ewigen Leben. Die Erde wird es mit Grausen vernehmen.

Zu guter Letzt hatte mir ein Aufsatz einer katholischen Schwester zur Entscheidung verholfen. Leider finde ich ihn nicht mehr in den Wirren des Netzes. In diesem beschrieb sie ihre wachsende Irritation ob der Tatsache, dass die Leute eine „Ausgabe des Neuen Testaments in ihrem Nachtschränkchen haben, um gleichzeitig um den Tod eines Menschen zu beten damit sie selbst ein paar Jahre weiterleben könnten.“ Angesichts dieser Aussage frage ich mich, wer von uns tatsächlich zynisch ist.

Kann man Menschen in Würde sterben lassen? Diese Frage wird vom Ethikrat immer noch nicht zufriedenstellend geklärt. Beinhaltet die Würde des Menschen – die im Übrigen im Grundgesetz fest verankert ist! – auch das Sterben in Würde? Ein Ausschlachten des menschlichen Körpers nach von Medizinern festgestelltem Hirntod ist nicht von Würde gezeichnet. Und würde man die Frage tatsächlich tiefschürfend und von monetären Gründen befreit so diskutieren, würden Organtransplantationen, Sterbehilfe und selbst die Praxis des Hippokratischen Eides auf den Prüfstand gestellt. Und dafür wäre es an der Zeit.

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Vormerker!

Im April 2019 wird im Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt eine besondere Ausstellung zu sehen sein mit der Thematik der modernen muslimischen Mode und Haute Couture.

https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/boulevard_nt/article181612716/Hijab-und-Haute-Couture-Muslimische-Mode-im-Museum.html

Fasten als Ressource bei Krebs – Teil 1: Etwas Theorie — Mindful Survivor

„Fasten ist der stärkste Appell an die natürlichen Selbstheilungskräfte des Menschen, sowohl leiblich wie auch seelisch gesehen“

über Fasten als Ressource bei Krebs – Teil 1: Etwas Theorie — Mindful Survivor

Heißer Buchherbst – vier weitere Neuerscheinungen

Der Herbst ist da, die Temperaturen fallen und schon warten die nächsten Neuerscheinungen auf ihre Leser:

Im Stil von TKKG und den ??? ermitteln vier Jungs in zwei spannenden Fällen als „Matjesbande“.

Die-Matjesbande-und-der-seltsame-Nachbar-Band-1#1 Die Matjesbande und der seltsame Nachbar“:

Aufregung im Hause Kader: In den Juwelierladen von Adams Familie wurde eingebrochen! Wie konnte das passieren, und was hat ihr seltsamer Nachbar damit zu tun? Adam und seine Freunde beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen. Mit Geschick, Mut und natürlich Allahs Hilfe kommen sie auf eine heiße Spur. Doch plötzlich ist Cem verschwunden! Wird es seinen Freunden gelingen, ihn wiederzufinden und die Einbrecher zu überführen?

Hafsa Chaouki
DIN A5, 37 Seiten

Die-Matjesbande-Gefahr-im-Urlaub-Band-2 #2 Die Matjesbande – Gefahr im Urlaub

Endlich Sommerferien! Abduls wohlhabender Onkel Mohammed lädt die vier Freunde ein, ein paar Wochen bei ihm in Marokko zu verbringen. Sonne, Palmen und die Moschee gleich um die Ecke ? es könnte alles so schön sein, wenn da nicht ein paar merkwürdige Zwischenfälle im Haus des Onkels wären. Was steckt dahinter? Die Jungs wollen der Sache nachgehen und werden plötzlich selbst in einige gefährliche Situationen verwickelt. Wird die Matjesbande die Vorkommnisse aufklären und ihren wohlverdienten Urlaub doch noch so richtig genießen können?

Hafsa Chaouki
DIN A5, 47 Seiten

Jeweils 6,50€, gefunden bei www.cordoba-buch.de

 

Auch Plural Publications wartet mit einem Jugendkrimi auf:

In „Cami Harami“ schreibt unser Autor Salih Kul über den ersten Fall des Detektivteams T.A.K.I.M. In den Sommerferien werden Ilıcans teure Jordan-Schuhe gestohlen. Und das ausgerechnet während des Freitagsgebets! Gemeinsam beschließen die Jungs, sich auf die Spur von Cami Harami, dem Moscheedieb, zu machen. Dabei geraten sie in ein gefährliches Abenteuer.

Preis: 8,95€, 144 Seiten, HC, bestellbar über Plural Publications

Der-Falke-der-Quraisch-Abdurrahman-Ad-Dakhil-Der-Einwanderer-in-AndalusienDer Falke der Quraisch – Abdurrahman Ad-Dakhil – Der Einwanderer in Andalusien

Die Reihe von A.I. Akram im Rauda-Verlag wird fortgeführt mit diesem Band: „Dieses Band beschäftigt sich mit dem legendären ´Abdurrahman I., dem letzten Überlebenden der Umayyaden Dynastie, der nach Andalusien vor den Soldaten der Abbasiden floh und mit politischem Geschick und militärischer Schlagkraft die zersplitterten Fürstentümer einte und somit das bekannte Emirat Cordoba gründete. Der Leser wird erschrocken sein, wie grausam und skrupellos die Protagonisten handeln. Denn umso weiter die islamische Geschichte fortschreitet und die Zeiten des Propheten s und der edlen Gefährten hinter sich lässt, umso mehr nehmen die inneren Kämpfe und Intrigen zu. Es wäre sogar nicht übertrieben zu behaupten, dass dieses Verhalten die Regel war. Während für die Gesellschaft und ihrer Aubreitung der Islam dominierend blieb, beobachtet man, dass jene an der Macht der Versuchung die Grenzen des Islam zu brechen, häufiger erlagen, wenn sie es für nötig erachteten, ihre politischen Ziele zu erreichen. Dieses Verhalten konnte man in Andalusien beobachten, aber auch in anderen Teilen der islamischen Welt: sei es bei den Abbasiden, dem Osmanischem Reich oder anderen islamischen Fürstentümern. Wie sollte es auch verwunderlich sein, wenn der Prophet s selbst die islamische Staatsführung nur zu ihrem Beginn und am Ende der Zeit als eine Führung bezeichnete, die sich auf ?der Methodologie des Prophetentums? befände. Alles andere wäre entweder mangelhaft oder vollkommen abgwichen.

Es ist für den Muslim wichtig, diese Tatsache zu wissen und zu akzeptieren. Nur so kann er verstehen, dass Perfektion dem Propheten s vorbehalten und alles andere mangelhaft war. Nur so kann er erkennen, dass keine für den Islam aktive Gemeinschaft vollkommen ist und von daher menschlich und fehlerhaft ist. Die islamische Geschichte hatte ihre Höhen und Tiefen. Doch die verklärte Darstellung vieler ihrer Abschnitte lassen eine Erwartungshaltung entstehen, die in der Realität nicht standhalten kann und somit für Enttäuschung und Resignation sorgt. Dem Muslim ist es auferlegt, nach dem Höchsten zu streben: für sich selbst als auch für die Gesellschaft. Doch einzig für das eigene Handeln ist es, wofür man am Ende Rechenschaft ablegen muss. Denn nicht nach den Ergebnissen, sondern nach den eigenen Anstrengungen wird man befragt. Ergebnisse und Erfolg sind nämlich einzig in Allahs Händen.“

Autor: A.I. Akram
350 Seiten
Format: 23 x 17 cm
Hardcover

Preis: 22,90€

 

Weitere Bände aus dieser Serie im Rauda Verlag erschienen:

Band 1 – Khalid ibn al Walid ? Sein Leben und seine Feldzüge
Band 2 – Die muslimische Eroberung Persiens
Band 3 – Die muslimische Eroberung von Ägypten und Nordafrika
Band 4 – Die muslimische Eroberung Spaniens
Band 5 – Der Falke der Quraisch ? Abdurrahman, der Einwanderer in Spanien

 

„Folter und Enthauptung waren doch bis jetzt auch kein Problem“: Saudis ratlos, was sie beim Khashoggi-Mord falsch gemacht haben

Saudi-Arabien versteht die Welt nicht mehr: Nach den empörten internationalen Reaktionen auf die bestialische Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi zeigte sich das saudische Königreich verwundert, dass Folter und Enthauptungen plötzlich ein Problem für seine westlichen Partner darstellen.

Quelle: „Folter und Enthauptung waren doch bis jetzt auch kein Problem“: Saudis ratlos, was sie beim Khashoggi-Mord falsch gemacht haben

Ein kleiner Nachtrag von mir: Bilang habe ich via FB einige Kommentare bekommen a la: „Das ist eine Satireseite, das solltest du löschen.“ Meine Antwort dazu: Nein.

Rückfrage: Ist ein jemenitisches Kind weniger wert als ein saudischer Journalist?

Neuerscheinung aus dem Darulkitab Verlagshaus

Darulkitab_Cover_Hadithwissenschaften-3D_3-trans-100x100In Kürze wird insh’allah das Buch „Hadithwissenschaften“ erscheinen, geschrieben von Neil bin Radhan.

„In diesem Buch wird u. a. der spannenden Frage nachgegangen, anhand welcher Kriterien authentische von unauthentischen Überlieferungen und zuverlässige von unzuverlässigen Quellen unterschieden werden können. Es basiert auf Erläuterungen des Gedichtes al-ʼAlfiyyah von ʼImām as-Suyūṭiyy (gest. 911 n. H.).“

„Hadithwissenschaften“, Neil bin Radhan, 233 Seiten, HC

Plural Verlag bietet das „Tag der Moschee-Paket“ an

TOM-setDer Plural-Verlag hat für Moscheen und Vereine das TOM-Paket geschnürt, um Informationsmaterial verteilen zu können.

Zum Set gehören:

  • 10 Islam-Faltblätter
  • 2 x Islam-Broschürenserien
  • 2 x #meinmoscheereport
  • 1 Plakat-Set Infographic – Muslime in Deutschland

Das Set kann bestellt werden direkt beim Verlag für 40€ statt 53,68€.

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