Von Experten und anderen…

Es ist doch immer wieder erstaunlich, wieviele „Islam-Experten“ ein Buch schreiben und „eindringlich vor dem Islam warnen“ müssen. Hierzulande ist jetzt mal wieder ein Buch erschienen von Laila Mirzo, die als Islam-Expertin benannt wird.

Und ich begab mich auf die Suche via Google, welche Qualifikationen besagte „Expertin“ denn nun  habe. Im Netz stieß ich dann auf folgende Informationen: Offenbar ist besagte Dame sowohl „interkulturelle Beraterin für den arabisch-islamischen Raum“ und Pfeifenmacherin. (erstere Tätigkeit sollte nach dem Erscheinen ihrer Hetzschrift nochmals stark überdacht werden, aber scheinbar ist sie für die FPÖ tätig).

Mutet jetzt ein wenig seltsam an, aber die gewieftesten Muslime unter uns haben bereits erkannt: in Europa ist der Islam-Experte, der den Koran mindestens einmal im Leben durchgelesen hat und am besten noch zur Ehrengarde der Ex-Muslime gehört.

Dann machen wir es doch kurz: In Deutschland gibt es pünktlich zum Wochenende etwa 60 Mio. Fussball-Experten, die können doch auch mal im Fernsehen auftreten, schließlich könnten die auch schon mal im Park Fussball gespielt haben. Oder nehmen wir doch den W., seines Zeichens Stammgast in der Kneipe an der Ecke, der könnte doch auch als Politik-Experte bei Anne Will auftreten, schließlich lese der doch sämtliche Politik-Ergüsse in der BILD und dem FOCUS, krakeelt seine Parolen in regelmässigen Abständen heraus und trifft manchmal auch mit seinen Äusserungen ins Schwarze.

Oder hey: wir könnten ja alle als Finanz-Experten mal ins Fernsehen kommen, denn schließlich haben wir ja alle entweder ein Girokonto und/oder ein Sparbuch (ich weiß, das ist sowas von out) bei einer Bank.  Manche haben sogar den Mut und etwas Geld in Aktien angelegt. Also wie gemalt für den Beruf als Finanz-Experte.

Oder wie wäre es mit den Kirchen-Experten? Da gibt es ja viele, die mindestens zweimal im Jahr in die Kirche gehen und zusätzlich Kirchensteuer zahlen.

Huch, geht nicht? Das gilt als nicht qualifiziert? Tja, sowas aber auch. Sie erwarten ein Studium und mindestens 5 bis 10 Jahre Berufserfahrung in besagten Tätigkeiten, um als Experte auftreten zu können?

Ich als Muslima erwarte das von den sogenannten „Islam-Experten“ auch, aber dummerweise darf jeder Hinz und Kunz mit mindestens einem Schulabschluss seine Parolen in die weite (Buch/TV)-Welt hinausposaunen. Für den Islam mag das gelten, denn schließlich haben wir soviele Publizisten, Journalisten, Hausfrauen und Pfeifenbauern (ehemals Steuerberater), denen allen irgendwie eines anhaftet: liest man ihre Biographie, haben sie mindestens immer eine traumatische Erfahrung in ihrer Kindheit und/oder ihrem Erwachsenenleben hinter sich, waren mal selber Muslime oder aber mit einem Muslim verwandt bzw verheiratet. Das reicht natürlich aus, um als „Islam-Experte“ nochmals ein wenig Geld verdienen zu können.

Interessanterweise gab es kaum Literatur von Banker-Opfern zu  der Zeit (die gar nicht mal solange zurückliegt), als Abertausende Menschen um ihre Ersparnisse betrogen wurden. Es gibt bislang keine Literatur von dieselgeschädigten Autofahrern und die wird es auch nicht geben.

Nein. Der Islam ist ein leichtes Ziel, schließlich fährt man ja im selben Kielwasser wie Sarrazin (dem eine Namensänderung an dieser Stelle dringend angeraten wird, Göbel oder Schulz wären doch nette Alternativen), HAS oder Broder. Damit lässt sich seit Jahren gut Geld verdienen, da gibt es Verträge von TV-Stationen, kurz: wir haben kleine Stars.

Wisst ihr, am liebsten würde ich diese kleinen Stars mal bei Promi Big Brother auftreten lassen, Claus Strunz und Julian Reichelt könnten auch teilnehmen. Sat1 wird sich schon den passenden Namen dafür einfallen lassen. Und damit es richtig spannend wird, mixen wir das Ganze mit dem RTL-Dschungel und lassen den Container in Syrien oder Jemen aufstellen. Kampf ums tägliche Brot könnte dann eine spannende Aufgabe sein für die Zuschauer. Haben wir keine Sorge: Sie sind ja alle Experten.

 

 

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