Vorgestellt: Der Assira-Verlag

Erstmals auf der Frankfurter Buchmesse 2017 dabei, gibt es den Assira-Verlag doch schon seit 2013. Die Gründerin Andrea Mohamed Hamroune hat mir einfach mal Rede und Antwort gestanden:

Daten des Verlages:
Assira- Verlag, Konrad-Adenauer-Strasse 62, Offenbach/Main, www.assira-verlag.de

Unternehmensgründung (Datum/Jahr):
11. Oktober 2013

Verantwortliche(r):
Andrea Mohamed Hamroune

Derzeitige Titelanzahl?
Zur Zeit sind es 16 Titel. Wir werden in nächster Zeit aber auf 20 Titel kommen

Geplante Titel?
Es gibt da keine direkte Planung, wie viel Titel eines Tages über Assira- Verlag veröffentlicht werden. Man braucht für Veröffentlichungen Muslime, die über ihr Leben Geschichten erzählen wollen. Und das Leben ist vielfältig. Im Leben kann man lieben, den Krieg erleben, zum Opfer von Gewalt und Gefangenschaft werden. Es gibt Konvertierungsgeschichten, in denen die Menschen ihren Weg zum Glauben finden.
Im Islam ist alles interessant. Wissenserwerb gehört auch dazu.

Zielgruppe?
Es gibt keine bestimmte Zielgruppe, da es bei Geschichten innerhalb des Lebens immer um Menschen geht. Ich spreche alle Menschen an. Muslime, sowie Nichtmuslime.

Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Verlag zu gründen?
Die Gründung eines eigenen Verlages war der einzige Ausweg, um meine Träume zu erfüllen und einen Weg zu finden, gehört zu werden. Wenn sich jeder Muslim nur um sich kümmert, niemanden unterstützt und immer in Deckung geht, wenn es um die eigenen Geschichten geht, dann kommt man nicht vorwärts. Mir hat nie jemand geantwortet, kein Verlag und keine Moschee.
Ich finde es auch sehr schlimm, dass sich islamische Literatur nur ausgedacht wird, aber von keinem Muslim wahrheitsgemäß inszeniert.
Es wird sich beschwert von den Muslimen, dass schlecht über die Muslime gesprochen und geschrieben wird, aber niemand kommt aus dem Haus, gegenteiliges zu erzählen. Auch werden die Worte Islamismus und Salafismus nicht gerade gerückt. Es gibt keine Wortverständigung von Muslimen in schriftlicher Form. Es ist nur Gerede hinter verschlossenen Türen. Wir sind Muslime in Deutschland. In Deutschland gibt es die Pressefreiheit und auch die Bildungsfreiheit. Ich kann für mich frei behaupten, froh zu sein in Deutschland zu leben als Frau.
Auch bin ich froh über mein technisches Knowhow und in Freiheit zu leben, ohne Erlaubnis und Wissen eines Ehemann, Bücher zu schreiben und zu veröffentlichen.
Ich hoffe eines Tages vielen muslimschen Autoren ihren Traum von einem Buch erfüllen zu können und damit den Islam umgangsfähig, lebendig und empfänglich zu machen.

Was sind die Themen, für die die Bücher stehen sollen?
Jeder Titel, der wahre islamische Geschichten erzählt, ist mir willkommen. Es geht mir dabei nicht darum, dass der Mensch alles richtig gemacht hat in seiner Geschichte, sondern es geht mir darum, wie der Muslim damit umgeht, wenn er den Islam mit einbezieht. Damit meine ich die Verknüpfung von dem Wissen aus den Büchern und dem tatsächlichen Leben.

Deine Bücher werden über BoD (Book on Demand) und BookRix (eBooks) gedruckt und damit auch für den deutschen Buchhandel erhältlich gemacht. Damit unterscheidest du dich klar von den islamischen Verlagen, die immer noch über eine Druckerei drucken lassen und die ausschließlich über die eigene Homepage und islamische Buchhandlungen erhältlich sind. Was war deine Entscheidung für diesen Schritt?
Über Assira- Verlag werden niemals Bücher verkauft werden, die von anderen islamischen Verlagen oder besser Shops vertrieben werden. Assira- Verlag ist ein innovatives Unternehmen, das Muslimen die Möglichkeit geben will, eigene Projekte zu veröffentlichen.
Dazu gehört für mich, Texte in ein gutes Deutsch zu verbessern, einen Buchblock zu machen und ein Cover. Ich werde Werbung machen und natürlich brauche ich die Unterstützung von Autoren, wenn es darum geht, Assira- Verlag weiter zu publizieren und öffentlich zu machen. Damit geht an dieser Stelle auch ein großes Dankeschön an den muslimischen Lesekreis.

Manuskripte nimmst du ebenfalls an. Und wiederum ein Novum ggü. den anderen Verlagen, die meist nur Eigenwerke und/oder Übersetzungen publizieren. Auf deiner Website gibst du an, dass das ein endlich fälliger Schritt ist. Gibt es deiner Erfahrung nach viele schreibende Muslime, die sich schlicht nicht aus ihrem Kämmerchen heraustrauen oder lieber eigenbrötlerisch versuchen, ihr Werk zu vertreiben?
Wie siehst du die Zukunft in der Hinsicht?
Tatasche ist, dass sich Muslime wohl nur über fehlende oder schlechte islamische Literatur beschweren, aber nie auf die Idee gekommen sind, etwas anderes auf den Tisch zu legen. Das Schreiben muss erst noch entdeckt werden und es muss auch ermutigt werden zu schreiben. Es geht immer nur ums Lesen. Tatsache ist aber, wenn man Sure al Alaq, die ersten fünf Verse, komplett liest, es nach dem Lesen immer auch um das Schreiben geht. Beides gehört zusammen.
„Lies, und Dein Herr ist der Edelste, der das Schreiben mit dem Schreibrohr gelehrt hat, den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste“:

Auf der Frankfurter Buchmesse warst du ja auch vertreten auf einem Gemeinschaftsstand. Hat sich nach der Messe etwas für dich verändert und konntest du einige Sachen für dich mitnehmen?
Mir hat die Messe großen Spaß gemacht und viel Freude bereitet. Meine Bücher standen in dem Regal der Selfpublisher in Halle 3.1. Mir sind keine Muslime begegnet. Ich war die einzige Frau, die auf der Messe mit Kopftuch rumgelaufen ist. Die einzige Schwester, die mir begegnet ist, war eine Nonne. Wenn Fotos nicht verboten wären, hätte ich ein Selfie mit ihr gemacht.
Die Buchmesse ist erst einige Tage her. Ich hoffe meine Bücher haben ein paar Leute angeschaut und Gefallen daran gefunden. Ich hoffe auch Motivation hinterlassen zu haben, Brüder und Schwester an den Schreibtisch zu bekommen.

Hast du noch einige abschließende Worte oder Wünsche an die Leser?
Ich hoffe Euch mit unseren Büchern interessanten Lesestoff hinterlassen zu haben. Besucht bitte meine Homepage www.assira-verlag.de.
Wenn Ihr Skripte habt, schickt die Skripte bitte zu mir. Seid nicht faul und auch nicht schüchtern. Ich werde mir Eure Arbeit in jedem Fall anschauen und auch bewerten.
Wichtig ist, dass das Thema einen islamischen Hintergrund hat und dass die Geschichte lang genug ist, so dass man genug Text hat, um daraus ein Buch zu machen. Gut Deutsch zu können, ist dabei nicht so wichtig. Ich bin nicht die Beste, aber ich werde mein Bestes geben, um zu verbessern oder neu aufzulegen.
See you. ❤
Inschallah
Andrea Mohamed Hamroune

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