Zoe Ferraris „Totenverse“

Es ist schon eine Weile her, dass ich den ersten Krimi „Die letzte Sure“ von Zoe Ferraris gelesen hatte und

irgendwie hatte ich Lust drauf, endlich zu erfahren, wie es mit Katya und Nayir weitergeht. Im ersten Roman lernten sich beide notgedrungen kennen und dann auch schätzen bei ihrer Zusammenarbeit in einem Mordfall: Katya, weil sie die Verlobte des Adoptivbruders des Opfers war und Nayir, weil er mit einem Bruder befreundet war und als enger Vertrauter der Familie sich um die Polizeiermittlungen kümmern sollte.

Miriam Walker, eine Amerikanerin, kommt vom Heimaturlaub wieder zurück nach Dschidda und ihr Ehemann verschwindet. Von keiner Seite erfährt sie praktische Hilfe und ist völlig auf sich allein gestellt. Nayir lernt sie über ziemlich viele Umwege als Helfer in der Not kennen und vertraut ihm nach und nach Details über ihren Mann und ihre Ehe an, die bei den Ermittlungen unerlässlich sind. Durch Miriams unerwartete Hilfe offenbart sich ein Mosaik aus Hass, Eifersucht und Neid, das zum Tode von drei Menschen führte.

Bei „Totenverse“ erfahren wir, dass Katya und Nayir keinen Kontakt mehr miteinander haben, obwohl im ersten Band durchaus das Interesse offensichtlich wurde.

Die drei Romane von Zoe Ferraris, die allesamt in Dschidda spielen, drehen sich um das Ermittlerteam Katya und Nayir sowie die Schwierigkeiten und Probleme, die sich aus ihrer beider Zusammenarbeit sowie die gsellschaftlichen Anforderungen ergeben. Beide haben Träume und Vorstellungen, doch wissen sie, dass sie Kompromisse und Einschränkungen dulden müssen, um überhaupt zusammenzubleiben, doch gleichzeitig ihre eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte stillen zu können.

Nein, auch wenn man meinen könnte, dass Zoe Ferraris als Amerikanerin durchaus eine negative Sicht auf die (gesellschaftlichen) Seiten Saudi-Arabiens hat, ist ihre Krimiserie nicht mit den Vorurteilen und Klischees behaftet, denen man sonst so begegnen kann, allerdings offenbaren sich wahre Schlammpfützen und Moraste hinter den geschniegelten und blitzenden Fassaden und hinter der Fassade des religiösen saudischen Königreichs.

Dutrchweg ein grosses Lob und auf jeden Fall empfehlenswert für den Leser, der auch gerne mal in andere Gefilde „reisen“ möchte, denn Saudi-Arabien ist nicht unbedingt der klassische Ermittlungsort.

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