Was du in zehn Minuten erreichen kannst

Was du in zehn Minuten erreichen kannst

Autor: Abdul Malik  Muhammad al-Qasim
Übers. v. Ferhat Cavus
Ghuraba-Verlag, 2013
ISBN: 978-3-9815763-0-6
Brosch., ca. 90 Seiten, 8 Euro

Was kann man in zehn Minuten schaffen? Zehn Minuten sind keine sehr lange Zeit, wenn man sie für weltliche Sachen ver(sch)wendet und doch kann man zehn Minuten pro Tag erübrigen, um Allah ta’ala zu gedenken. Der Autor gibt einige Vorschläge, wie man zehn Minuten gewinnbringend für seinen Nafs und Iman quasi „anlegen“ kann.

Alles in allem ein nettes Büchlein, dem es allerdings an Tiefe fehlt (eine exaktere Definition mit dazugehörigen islamisch fundierten Quellen des Begriffes der „Zeit“ wäre zB schon sehr schön gewesen), bei den Überschriften habe ich mich teilweise stark an al-Qarni („La Tahzan“) bzw. al-Arifi („Geniesse dein Leben“) erinnert gefühlt, teilweise auch bei etlichen Abschnitten.

Dem Übersetzer kann hier kein Vorwurf gemacht werden, denn gefunden habe ich dieses Buch leider nur auf einer Website (höchstwahrscheinlich in einer südostasiatischen Sprache), von daher kann ich leider keine Vergleiche ziehen.

Was mich speziell an diesem Buch stark irritierte, sind die Zitate. Da werden schon mal mitten im Qur’an-Vers die Worte „Nafs“ bzw „Qur’an“ nochmals in Anführungsstriche gesetzt (Hilfe! Zitate-Regelung!!!!), diese Worte sind generell im Text immer in Anführungsstriche gesetzt, vllt hätte dort nochmals jemand drüberschauen sollen, der ein wenig Ahnung von deutscher Grammatik und v.a. Zeichensetzung hat. Der ständige Wechsel in Sachen Umschrift (turkisiert/arab.) ist extrem nervend, da wäre eine sinnvolle Einheit vonnöten gewesen. Die fehlenden Quellenangaben, insbes. die verwendete deutsche Koranübertragung, müssten in der nächsten Auflage berücksichtigt werden, auch, dass Worterklärungen (für alle verwendeten Fachtermini) entweder als erkennbare Fussnote oder im Anschluss an den Text als Glossar aufgeführt werden sollten.

Fazit: Nett, muss aber nicht sein. Sehr einfache Sprache, das hätte doch schon etwas anspruchsvoller sein dürfen; für „alte Hasen“ nicht geeignet. 

Hier anstelle eines PS der Kommentar des Übersetzers und Verlagsinhabers des Ghuraba-Verlages, der zwar unter die Spalte „Kommentar“ gehören würde, aber ich umgehe mal diese Regel, weil ich ihn sehr lesenswert finde, über meine Lesensart nochmal reflektieren kann und euch auch in den Genuss kommen lasse möchte (die wenigsten lesen immer die Kommentare, was ich sehr schade finde):


As-selamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu Schwester,

möge Allah, der Erhabene, deine Seite segnen und dir bei deiner Rezension dahingehend helfen, richtige und treffende Worte zu finden. Amin.

  • Als aller Erstes möchte ich dir mitteilen, dass ich der Übersetzer dieses Buches bin. Es ist meine erste Übersetzung.
    Ich bin der Meinung, dass Buchkritiken nützlich sind, da sie auf gewisse Punkte aufmerksam machen, die man besser machen kann. Dafür erst einmal vielen Dank. Bei der nächsten Auflage werde ich einige Punkte, die du erwähnt hast, berücksichtigen. Im Nachhinein bin ich mit vielen Punkten auch nicht zufrieden, da ich – nachdem ich nun ein weiteres Buch übersetzt habe – mich, was Sprache, Rechtschreibung und Grammatik angeht, verbessert habe.
    Du hast den Inhalt des Buches gut auf den Punkt gebracht:
    Was kann man in zehn Minuten schaffen? Zehn Minuten sind keine sehr lange Zeit, wenn man sie für weltliche Sachen ver(sch)wendet und doch kann man zehn Minuten pro Tag erübrigen, um Allah ta’ala zu gedenken. Der Autor gibt einige Vorschläge, wie man zehn Minuten gewinnbringend für seinen Nafs und Iman quasi „anlegen“ kann.
    Doch möchte ich des Weiteren darauf hinweisen, dass die Idee des Buches sich auch in ihrem Aufbau wiederspiegelt. Die Kapitel sind kurz und prägnant gehalten, damit man in kurzer Zeit – sprich in zehn Minuten – die Möglichkeit hat, sich zumindest mit einem Vorschlag für eine gute Tat auseinanderzusetzen. Deshalb geht dieses Buch nicht immer in die Tiefe, was meiner Meinung nach auch sehr gut sein kann, da manchmal wenige aber treffende Worte eine größere Wirkung haben können als langatmige Texte.
    Zum Punkt (Hilfe! Zitate-Regelung!!!!) muss ich folgendes sagen: Worte, die in einem Zitat noch einmal in Anführungsstrichen gesetzt wurden, sind Worte, die man so im Duden nicht findet. Im Deutschen sagt man „Koran“ und nicht „Qur’an“. Doch finde ich das Wort Koran nicht passend und deshalb entschied ich mich für die andere Schreibweise, die so im Duden nicht auftaucht. Demnach hätte ich, wenn ich zum Beispiel dein Wort „Zitate-Regelung“ im Buch verwenden würde, es auch in Anführungsstrichen gesetzt, da ich das Wort nicht kenne, es so im Duden nicht auftaucht, und damit so nicht verwenden würde. Das Wort „Zitierregeln“ ist hier passender – würde es also nicht Anführungsstrichen setzen. Gut, das was ich gemacht habe, kann irritierend und störend für den Einen oder Anderen sein. Ich wollte nur damit aufzeigen, dass dies nicht wahllos gemacht wurde. Für mich nicht wirklich störend – naja auch egal.
    Was die Fußnoten, die Umschrift und Quellenangaben angeht, gebe ich dir Recht und werde sie für die nächste Auflage berücksichtigen.
    Eigentlich hätte ich keinen Kommentar geschrieben, wenn ich das Fazit nicht gelesen hätte, da ich deine Kritik im Großen und Ganzen so annehmen kann.
    Fazit: Nett, muss aber nicht sein. Sehr einfache Sprache, das hätte doch schon etwas anspruchsvoller sein dürfen; für „alte Hasen“ nicht geeignet.
    Erst einmal muss ich verstehen, was man unter einem „alten Hasen“ versteht. In deinem Zusammenhang verstehe ich daraus, dass damit jemand gemeint ist, der sprachlich sehr fit ist und es ihn stört, dass die Sprache einfach gehalten wurde. Die einfache Sprache kann kein Kriterium dafür sein, ob ein Buch gekauft wird oder nicht. Wählte der Prophet – Allahs Segen und Frieden mit ihm – nicht auch eine einfache Sprache, um sich verständlich zu machen? Wenn unter „alte Hasen“ gemeint ist, dass diese Person schon soviel Wissen hat, dass er dieses Buch nicht lesen muss, kann ich das auch nicht verstehen. Haben „alte Hasen“ keine Ermahnung und keine Erinnerung nötig, wo doch Allah sinngemäß in seinem edlen Buch sagt:
    „Doch fahre fort, (sie) zu ermahnen; denn die Ermahnung nützt den Gläubigen.“ (Sura Ad-dariyat 51:55)
    „Wir haben ihn (den Qur’an) in deiner Sprache leicht gemacht, damit sie sich ermahnen lassen.“ (Sura Ad-Duhan 44:58)
    Ich denke, dass viele, die deine Kritik lesen, sich selber als „alten Hasen“ sehen. Keiner oder wenige geben zu, dass dies nicht der Fall ist. Deshalb finde ich hältst du mit deinem Fazit einige davon ab, von diesem Buch, sprich von den Ermahnungen, Hadithen und Quran-Versen zu profitieren. Das finde ich schrecklich.
    Das ist meine Meinung zu deiner Kritik, die ich mir nicht spontan und voreilig gebildet habe.
    Ich hoffe, dass ich mit meinem Kommentar auch manche „alte Hasen“ unter euch doch noch dazu bewegen kann, sich das Buch zuzulegen, von den Weisheiten zu profitieren, sie in die Tat umszusetzen und so Allah näher zu kommen. Ich persönlich habe von diesem Buch sehr viel profitiert, es deshalb ins Deutsche übersetzt und kenne auch einige „alte Hasen“, wie zum Beispiel den Bruder Ferid Heider, der mir folgendes schrieb:
    „Ich habe mir die Leseproben angeschaut und finde das Thema des Buches sehr interessant und nützlich. Es ist etwas ganz Neues.“
    Jazak allahu chayr und barakallahu fiek.
    Wasselam
    Ferhat Cavus
    Würde mich freuen, wenn du auch meine Meinung veröffentlichst.
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