Al-Qarni „Sei nicht traurig“ (La Tahzan)

As-salamu aleikum,

Bücher sind für mich ein Quell der Freude und Weisheit, auch meine eigentliche Arbeit, denn ich arbeite im Buchhandel und habe dementsprechend häufig mit Büchern zu tun. Lesen gehört also auch zu meinen hauptberuflichen Tätigkeiten und manchmal kann ich leider nicht behaupten, dass es mir Freude macht, genau dann, wenn der Text öde und langweilig ist oder das Buch schlecht verarbeitet wurde.
Und das ist der Grund, weshalb mir viele islamische Bücher schwer im Magen liegen und auch im Portemonnaie. Ich mag für sie nämlich kein Geld ausgeben.

Jetzt schreien womöglich sehr viele Geschwister empört auf, doch gemach, liebe Geschwister. Begründen kann ich es am einfachen Beispiel des Buches „Sei nicht traurig!“ von al-Qarni. Das Buch selber mag vom Inhalt nicht zu bemängeln sein, obwohl ich mir habe sagen lassen, dass das Buch schwer zu übersetzen sei, da die Poesie der Sprache des Originals kaum zu übertragen ist ins Deutsche. Das Buch stand auch wegen des Preises recht lange auf meiner Wunschliste. Schlussendlich hatte ich es mir bestellt und – war enttäuscht.

Die Qualität der Übersetzung kann ich nicht anzweifeln, dazu verstehe ich nicht gut genug Arabisch. Wohl aber die Qualität im Satz, Druck und Papier. Erst einmal:  Die Einteilung ist schlecht gelungen, was ich im Grunde sehr traurig finde, hatte man doch im arabischen Original ein wunderbares Bild vor Augen. Beim Preis von 23 Euro hatte ich mir auch ein weitaus besseres Papier gewünscht.  Der Textblock ist auch sehr ermüdend für die Augen.

Summa summarum: ich habe das Buch bis jetzt etwa zehnmal zur Hand genommen, drin geblättert, aber verweilt war ich nie, da ich mich mit Texten dieser Thematik selten auseinander setze. Eben wegen der ungünstigen Gestaltung des Textes  bin ich auch nicht imstande gewesen, mich näher und eingehender mit dem Text zu beschäftigen.

Darf ich denn nun die Arbeit eines Bruders oder einer Schwester derart kritisieren? Ich habe mich sehr anmassend empfunden, aber ich bin nun mal bibliophil eingestellt. Man kann sehr wohl kritisieren, das ist keine Herabwürdigung, im Gegenteil. Eher wird die Arbeit ernst genommen, die man verrichtet hat und kann sich auch verbessern. Nicht-Kritisieren auf konstruktive Art ist eher fatal. Kritik kann im ersten Moment wehtun, ist aber insgesamt besser, als das allübliche „Mash’allah“, auf die Schulter-Klopfen und damit hat sichs auch schon. Im nächsten Moment ist es vergessen. Kritik kann ein wunder Punkt sein, aber kann auch herausfordern, denn sie zeigt Interesse an der Person und der Tätigkeit.

Ist meine Kritik jetzt destruktiv gewesen? Ich hoffe nicht, insh’allah. Wenn, dann möchte ich mich jetzt schon entschuldigen.

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3 Kommentare zu “Al-Qarni „Sei nicht traurig“ (La Tahzan)

  1. Mika'il al-Almany 13. Februar 2014 um 15:08 Reply

    Soviel wie ich weiß, wurde das Buch von dem Autor direkt aus dem Arabischen übersetzt. Leider ist der Autor seit ca. 3 Jahren – ich war bei seiner islamischen Beerdigung dabei. Daher gibt es auch keine Zweitauflage des Buchs.

    Ja, innerseits stimmt es, dass die Aufmachung des Buchs eher simpel ist. Zudem würde ich das Buch nicht unbedingt empfehlen zu kaufen, weil es viele philosophische Zitate von Nichtmuslimen hat. Generell muss man sich bei Philosophie in Acht nehmen, da die Betrachtungsweisen dieser Zitate den Islam widersprechen können.

    Es gibt neue einer alternative Übersetzung dieses Buchs; veröffentlicht beim ‚International Islamic Publishing House‘. Deren Aufmachung des Buchs ist um Einiges besser: edleres Papier & ansehnliches Layout. Leider handelt es sich um eine Zweitübersetzung aus dem Englischen.

  2. muslimischerlesekreis 14. Februar 2014 um 9:20 Reply

    Es gibt aber nicht diesen blumigen Stil, wie in der Erstübersetzung aus dem Arabischen. Deswegen würde ich – wenn auch nur bedingt – die neue Auflage aus dem IIPH empfehlen, obwohl das Cover nicht so schön ist 😉

  3. […] eher positiv zu beurteilen. Wer eine Rezension zur anderen Übersetzung lesen möchte, findet hier eine Besprechung vom muslimischen […]

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